Was macht eine Firma für Notdächer?
Ein Notdach, auch Wetterschutz- oder Regendach genannt, ist eine temporäre Dachkonstruktion auf einem Gerüst, die ein Gebäude während Dachsanierung, Aufstockung oder nach einem Brand- oder Sturmschaden vor Regen und Schnee schützt.
Wer ein Dach abdeckt, aufstockt oder nach einem Schaden instand stellt, muss das Gebäude über Wochen oder Monate vor Witterung schützen. Ein Notdach wird auf einem Stützgerüst über das bestehende Dach gebaut, meist aus Systemträgern mit Planen oder Kassetten, und erlaubt das Arbeiten unabhängig vom Wetter. Die Norm SN EN 12811-4 regelt Schutzdächer für Arbeitsgerüste.
Notdächer sind statisch anspruchsvoll: Sie bieten Wind und Schnee eine grosse Angriffsfläche, und alle einwirkenden Kräfte müssen aufgenommen werden (Art. 47 BauAV). SGUV und Suva verlangen deshalb, dass bei Notdächern vor Beginn der Montage ein statischer Nachweis vorliegt; die oberen Ankerreihen brauchen deutlich mehr Anker. Für die Ballastierung empfiehlt die Suva Feststoffe wie Betongewichte; Wassertanks eignen sich nur bedingt.
Auch der Brandschutz spielt mit: Gemäss SGUV/Suva-FAQ gilt für Planen, Netze und Notdächer an öffentlich genutzten Gebäuden mit vielen Personen die Brandverhaltensgruppe RF2, bei bewohnten Wohnhäusern genügt in der Regel RF3; im Zweifel entscheidet die kantonale Gebäudeversicherung. Nach einem Brand- oder Sturmschaden geht es oft um Stunden – manche Gerüstbaufirmen bieten dafür einen Notfalldienst an.
Kosten und Abrechnung
Notdächer werden meist pro Quadratmeter überdachter Fläche offeriert, zuzüglich Stützgerüst, Statik, Ballast, Kranarbeiten und Miete pro Monat. Weil die Konstruktion aufwendig ist, machen Montage und Demontage einen grossen Teil der Kosten aus; lange Standzeiten erhöhen die Mietkosten. Nach Elementarschäden lohnt sich eine frühe Rücksprache mit der Gebäudeversicherung, welche Notmassnahmen sie übernimmt. Gemäss den AGB des SGUV sind Notdächer bei normalen Wetterverhältnissen wirksam, aber kein Ersatz für eine feste Installation.